Rechnen wir mal Erst die Rechnung, dann die Methode.

Zweihundert Euro fürs Kontowechseln

· Abholen

Eine der wenigen Prämien, die wirklich ausgezahlt werden — mit der Zeile, die sie halbiert, und der Frage, die vor dem Antrag kommt.

Banken kaufen Kunden. Ein Girokonto mit Gehaltseingang ist der Anker für alles Weitere — Kredit, Depot, Versicherung — und dafür zahlen sie dreistellige Beträge.

Das ist keine Wohltat und kein Trick, sondern ein Werbebudget. Und anders als bei den meisten Methoden in dieser Sammlung wird hier zuverlässig ausgezahlt: Die Bedingungen stehen in den Teilnahmebedingungen, sie sind nachprüfbar, und wer sie erfüllt, bekommt das Geld.

Die Frage ist nur, wie viel davon übrig bleibt.

Was gerade geboten wird

Zwei Beispiele, damit die Größenordnung stimmt — Stand 7. September 2026, nach Angaben der Anbieter:

AnbieterPrämieBedingung
200 €
200 €

Diese Zahlen veralten schneller als jeder andere Wert auf dieser Seite. Prämien werden monatlich neu festgesetzt, Fristen laufen ab, Bedingungen ändern sich. Sie stehen hier als Maßstab, nicht als Empfehlung eines bestimmten Kontos — vor dem Antrag gehören die Teilnahmebedingungen beim Anbieter selbst gelesen, und zwar die aktuellen.

Was dagegen nicht veraltet, ist die Rechnung.

Die vier Bedingungen, an denen alles hängt

Jede Wechselprämie besteht aus denselben vier Schrauben. Wer sie kennt, kann jedes Angebot in zwei Minuten selbst durchrechnen:

  1. Die Höhe — steht groß da.
  2. Der Mindestgeldeingang — meist 700 bis 1.000 Euro monatlich, oft nur für zwei oder drei Monate.
  3. Die Haltedauer — wie lange das Konto bestehen muss, bevor die Prämie sicher ist.
  4. Die Kontoführungsgebühr — die einzige Schraube, die gegen dich läuft.

Die ersten drei stehen in der Werbung. Die vierte steht im Preisverzeichnis.

Die Zeile, die alle unterschlagen

Viele Konten sind kostenlos, solange der Geldeingang stimmt. Fällt er weg — Jobwechsel, Elternzeit, oder weil du dein Gehalt nach der Prämie wieder zurückverlegst —, greift das reguläre Entgelt.

Angenommen, das sind 4,90 Euro im Monat und du behältst das Konto ein Jahr, ohne die Bedingung weiter zu erfüllen:

200,00 €
− 58,80 €
141,20 €

Fast dreißig Prozent der Prämie, aufgezehrt von einer Zahl, die in keiner Anzeige steht. Bei einer 75-Euro-Prämie wäre nach 15 Monaten nichts mehr übrig.

Der Denkfehler ist nicht die Gebühr, sondern das Vergessen. Ein Konto, das man nach der Prämie nicht mehr benutzt, kündigt sich nicht von selbst.

Die Rechnung

Zeit. Kontoeröffnung mit Video-Identifikation, Gehaltseingang beim Arbeitgeber ändern, Daueraufträge und Lastschriften umziehen, nach zwei Monaten prüfen, ob die Prämie kam. Realistisch anderthalb bis drei Stunden, verteilt über Wochen.

Bindung. Zwei bis vier Monate, bis die Bedingung erfüllt ist. Danach frei — wenn man daran denkt.

ZeitaufwandPrämie vollnach 12 Monaten Gebühr
133 € je Stunde94 € je Stunde
67 € je Stunde47 € je Stunde

Selbst das schlechteste Feld liegt bei 47 Euro je Stunde. Das ist deutlich mehr als jeder Mikrojob — und deutlich weniger, als die Zahl „200 Euro" vermuten lässt.

Wann es sich nicht lohnt

Wenn du das Gehalt nicht wirklich umleiten kannst. Manche Arbeitgeber brauchen Wochen für die Änderung, manche Prämien laufen vorher aus. Ohne Geldeingang keine Prämie — das ist die Bedingung, an der die meisten scheitern.

Wenn du Konten sammelst. Jede weitere Karte, jedes weitere Preisverzeichnis, jede weitere Kündigung, an die man denken muss. Der Stundenlohn der zweiten Prämie sieht auf dem Papier gleich aus, in Wirklichkeit steigt der Verwaltungsaufwand mit jedem Konto.

Wenn du das Konto ohnehin behalten willst, aber die Gebühr nicht dauerhaft trägst. Dann ist die Prämie ein Vorschuss auf Kosten, die später kommen.

Und wenn du gerade einen Kredit oder eine Finanzierung planst, ist der Zeitpunkt für Kontowechsel und neue Bankverbindungen ungünstig gewählt — dann lieber warten, bis das durch ist.

Die Empfehlung

Nimm eine Prämie, nicht drei. Such dir das Angebot mit dem niedrigsten Mindestgeldeingang, den du sicher erfüllst — nicht das mit der höchsten Zahl. Eine Prämie, die du bekommst, schlägt zwei, an deren Bedingungen du scheiterst.

Und trag dir den Tag ein, an dem die Bindung endet. Ein Kalendereintrag mit dem Kündigungsdatum ist die eine Minute, die aus 141 Euro wieder 200 macht.

Diese Rechnung ist übrigens die kleinste ihrer Art: Prämie gegen Bürokratie, ohne eigenes Geld. Es gibt größere Varianten desselben Musters — mit mehr Aufwand, längerer Wartezeit und entsprechend höheren Beträgen. Die kommen hier noch dran, mit derselben Tabelle.

Woher die Zahlen kommen

Prämienhöhen und Bedingungen: Angaben der Anbieter, Stand 7. September 2026. Sie ändern sich häufig und sind vor einem Antrag beim Anbieter selbst zu prüfen. Die Gebührenrechnung ist ein Rechenbeispiel mit 4,90 Euro monatlich, kein Preis eines bestimmten Kontos.

Der Zeitaufwand ist wieder die Zahl ohne Quelle und steht als Spanne da.

Dieser Text ist keine Anlage- oder Finanzberatung. Er rechnet ein Werbeangebot durch, mehr nicht.

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